(5. Juli 2012) Die FH SCHWEIZ fordert vehement Anpassungen beim Rahmenlehrplan für die Berufsmaturität (RLP-BM). In der Ausbildungsausrichtung «Wirtschaft und Dienstleistungen» werden zwei Berufsgruppen vereint und bei der Zulassung zum FH-Studium gleichbehandelt, obschon klare Ausbildungsunterschiede am Ende der Berufsmaturität feststellbar sind. Die FH SCHWEIZ verlangt hier eine getrennte Zulassungspraxis.

 

Gleichzeitig muss garantiert werden, dass Bachelor-Absolventen von Fachhochschulen als Lehrpersonen an Berufsmaturitätsschulen zugelassen werden. Alles andere ist inakzeptabel und würde sich fatal auf das Profil der angehenden Berufsmaturanden sowie im Endeffekt auf das Profil der FH-Absolventen auswirken.

 

Die Berufsmaturität bereitet optimal auf ein FH-Studium vor und kennt aus diesem Grund fünf inhaltliche Ausrichtungen. Das sieht der RLP-BM vor. Die Ausrichtung «Wirtschaft und Dienstleistungen» wird beispielsweise von Lernenden gewählt, die eine kaufmännische Lehre besuchen und später ein FH-Studium mit demselben Schwerpunkt besuchen möchten. Der RLP-BM weist dieser Ausrichtung die zwei Berufsgruppen «Kaufleute» und «Handel und Dienstleistungen» zu. Diese Berufsgruppen unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht – auch in den Ausbildungszielen, die mit dem erfolgreichen Bestehen der Berufsmaturität erreicht werden. «In einigen Fächern werden sehr unterschiedliche Qualifikationsniveaus erreicht», hält Christian Wasserfallen, Präsident der FH SCHWEIZ, fest. «Es darf nicht sein, dass diese zwei Berufsgruppen bei der Zulassung zum Studium im FH-Fachbereich ‹Wirtschaft und Dienstleistungen› gleichbehandelt werden.» Dies sieht der RLP-BM jedoch vor!

 

Das FH-Profil unter allen Umständen sichern


Die Folge: «Die Fachhochschule muss dies ausbaden, was sich direkt auf die Ausbildungsqualität auswirkt. Dies muss unter allen Umständen vermieden werden, denn das Profil der Ausbildung würde darunter leiden», so Wasserfallen. Die FH SCHWEIZ fordert daher eine getrennte Zulassungspraxis zum FH-Studium für die Berufsgruppen «Kaufleute» und «Handel und Dienstleistungen». «Das ist im Sinne aller, gerade auch der Berufsmaturanden, und garantiert das hervorragende Profil der FH-Absolventen.»

 

Fachunterricht braucht Bachelor-Absolventen

 

Der Fachunterricht der Berufsmaturität vermittelt praxisrelevante Kompetenzen. Das Ausbildungsniveau sowie der Erfahrungshintergrund von FH-Bachelor-Absolventen qualifizieren diese Absolventen exemplarisch für diesen Unterricht. «Damit lassen sich viele geeignete Kandidaten für den Lehrkörper der BM-Schulen gewinnen, welche vieles aus der Praxis mitbringen», betont Wasserfallen. Gegenwärtig sind indes Bestrebungen im Gang, die FH-Bachelor-Absolventen von diesem Lehrkörper auszuschliessen – als Voraussetzung für eine Stelle als Lehrperson wird ein konsekutiver Master-Abschluss postuliert. «Diese Forderung ist weltfremd und unverständlich. Schon die Verordnung über die Berufsbildung hält fest, dass FH-Bachelor-Absolventen zugelassen werden müssen», erklärt der FH-SCHWEIZ-Präsident. «Die FH SCHWEIZ fordert den Bund auf, diesen Bestrebungen entschieden entgegenzutreten.»